Projekt: Pumpenwerk 3
Vom vergessenen Industrie-Bunker zum modernen, fiktiven Kreativ-HQ. Hier dokumentiere ich die Entstehung unseres Projekts.
Phase 11: Was unter der Plane liegt
Eintrag vom 31. Juli 2026: Acht Wochen heißt: anfangen. Also hab ich mir gedacht, ich fang einfach mal mit Aufräumen an, allein, ohne großes Aufsehen. Beim Wegräumen einer Kabelrolle ist mir dann die blaue Plane über dem alten Maschinenblock verrutscht, dem, den wir seit Wochen einfach ignoriert haben. Und darunter kam keine Maschine zum Vorschein, sondern ein Riss im Betonboden.
Ich hab die Fuge freigewischt und einen eingelassenen, verrosteten Griffring gefunden, mitten im Boden. Mit beiden Händen hab ich gezogen, und tatsächlich, eine schwere alte Bodenklappe hat sich geöffnet. Kalte Luft, Staub im Licht, und eine Öffnung, von der niemand von uns auch nur geahnt hat, dass es sie gibt.
Ich konnte gar nicht anders, als sofort nach Sunny und Mayiko zu rufen: "Ihr müsst euch das ansehen. Sofort."
Phase 10: Diesmal antworte ich
Eintrag vom 28. Juli 2026: Nach unserer "Keine Alleingänge mehr"-Abmachung hab ich diesmal selbst zum Handy gegriffen, sehr zur Überraschung von Sunny. Im Hintergrund haben die beiden noch diskutiert, ob wir lieber schnell etwas versprechen oder realistisch bleiben sollten. Sunny wollte natürlich sofort liefern, Mayiko hat gebremst: "Realistisch, nicht mutig."
Am Ende hab ich mich für eine Zahl entschieden, die sich gleichzeitig mutig und beängstigend anfühlte: "Acht Wochen. Kein Tag weniger." Kaum war die Nachricht abgeschickt, haben wir alle drei die Luft angehalten, niemand hat sich getraut, als Erstes etwas zu sagen.
Die Antwort kam dann mit einem Satz, der uns allen ein erleichtertes und gleichzeitig nervöses Lachen entlockt hat: "Vibes brauchen keine Deadline. Aber ich zähl mit."
Phase 9: Sunnys Alleingang
Eintrag vom 25. Juli 2026: Bevor wir überhaupt gemeinsam entscheiden konnten, hatte Sunny längst geantwortet. "Ich hab ihm schon geantwortet...", gestand sie mit schuldbewusstem Grinsen, DerGraueDJ übernimmt jetzt offiziell den Sound. Ich war fassungslos: "Das entscheiden wir doch gemeinsam!" Mayiko, wie so oft die Stimme der Vernunft, brachte den Streit mit einem einzigen Satz zur Ruhe: "Wer sonst hätte den Job machen sollen?"
Ich musste zähneknirschend zustimmen, mehr Kapitulation als Begeisterung, aber nicht ohne eine klare Bedingung zu stellen: "Keine Alleingänge mehr. Abgemacht?" Sunny nickte kleinlaut, mit genau dem kleinen Lächeln, das nichts Gutes verheißt.
Kaum war der Burgfrieden geschlossen, kam die nächste Nachricht rein, diesmal mit einer sehr konkreten Frage: "Gebt mir einen Zeitrahmen. Wann soll das hier fertig sein?" Drei betroffene Gesichter, zum ersten Mal muss eine echte Deadline her.
Phase 8: Zwischen Ausstellung und Party
Eintrag vom 22. Juli 2026: Die Frage steht im Raum, und plötzlich sind sich die drei nicht einig, wie ehrlich die Antwort ausfallen soll. Sunny will die volle Wahrheit rausschicken, Lara zögert, die große Vision laut auszusprechen fühlt sich für sie an wie ein Sprung ins Ungewisse. Mayiko bringt den entscheidenden Vorschlag: "Wir müssen ja nicht alles auf einmal erzählen. Aber die Wahrheit reicht auch so schon."
Am Ende einigen sie sich auf eine Antwort, die beides ist, ehrlich und trotzdem nicht zu viel: Ausstellungsfläche tagsüber, Club-Atmosphäre abends, ein Ort, der atmen kann. Die Antwort, die zurückkommt, überrascht wieder alle drei, diesmal durch echtes Interesse: "Klingt nach einem Ort, der weiß, was er will. Sagt mir, wenn ihr bereit für Musik seid. Ich hab da ein Talent, das zufällig passt."
Sunny grinst so breit, dass Lara sie vorsichtshalber fragt, ob sie ihm schon wieder was verspricht, ohne die anderen zu fragen.
Phase 7: Ein Blick, der sitzt
Eintrag vom 19. Juli 2026: Bevor die ersten Fotos der Halle überhaupt rausgehen, gibt es erstmal Streit über die Auswahl. Lara will nur die aufgeräumten Ecken zeigen, Sunny besteht darauf, auch das Chaos mit reinzunehmen. Mayiko beendet die Diskussion, indem sie einfach selbst sendet.
Die Antwort kommt schneller als gedacht, und sie überrascht alle drei: "Deckenhöhe reicht locker fürs Soundsystem, aber eure Elektrik lügt euch an, die zweite Verteilung sieht älter aus als der Rest der Halle." Niemand von ihnen hatte das bemerkt, auch der Elektriker nicht. Lara ist zum ersten Mal sichtlich beeindruckt, auch wenn sie es nicht direkt zugeben will.
Die Nachricht endet mit einer Gegenfrage, die alles verändert: "Was wird das hier eigentlich? Nur Ausstellung, oder auch Party?" Drei Blicke wandern zueinander. Keine von ihnen hat bisher laut ausgesprochen, wie groß die Vision eigentlich ist.
Phase 6: Er hat wirklich geantwortet
Eintrag vom 16. Juli 2026: Sunny hat tatsächlich geschrieben, und heute hält sie triumphierend ihr Handy hoch. Die Antwort ist kurz und wortkarg: kein Foto, kein Vorname, nur ein knapper Hinweis auf den kaputten Sicherungskasten. Lara ist not amused, Mayiko dagegen fasziniert von der Wortkargheit: "Vielleicht lässt er lieber die Arbeit sprechen."
Nach kurzem Streit, wer den Kontakt führen darf, einigen sich die drei: Sunny bleibt Ansprechpartnerin, aber alles wird in der Gruppe geteilt. Kaum ist das geklärt, kommt die nächste Nachricht rein. Lara bringt es auf den Punkt: "Wir bauen jetzt einen Club... mit einem Phantom."
Phase 5: Soundcheck
Eintrag vom 14. Juli 2026: Die Neon-Leitungen liegen, die Lichtsteuerung funktioniert, und Sunny kann es sich natürlich nicht verkneifen, direkt ihr komplettes DJ-Equipment aufzubauen, um "nur ganz kurz die Akustik zu checken". Aus dem Test wird eine spontane Halbstunden-Session, bis die Anlage mit einem letzten trotzigen Knacken überhitzt.
In der betretenen Stille danach fällt zum ersten Mal ein Name: "Ich kenn da einen, nennt sich DerGraueDJ." Wer das ist, weiß noch keine von uns.
Phase 4: Der fehlende Artikel (Elektriker Profis)
Eintrag vom 13. Juli 2026: Bevor noch jemand von uns in die Nähe des Sicherungskastens durfte, war professionelle Hilfe gefragt. Ein Elektriker-Team ist mit dem Werkzeugkoffer angerückt, um aus Sunnys improvisierter Verkabelung wieder ein sicheres Stromnetz zu machen. Sunny bestand darauf, wenigstens zuzuschauen, was ihr nur ein trockenes "Mein Sicherungs-Pfusch kam nicht ganz unverschuldet zustande" von Lara einbrachte.
Kaum war der Strom sauber verlegt, brach der nächste Streit los, diesmal ums Farbkonzept: Lara mit fünf Grautönen für ihren Steril-Look, Sunny und Mayiko mit der Spraydose bewaffnet für die "Neon-Orange Revolution". Am Ende einigte sich niemand, weil einer nachgab, sondern weil aus drei Sturköpfen ein besserer Plan entstand: Backstein blieb roh, der Boden wurde ruhig poliert, und Sunnys Neonwunsch überlebte als schmale türkise Lichtadern durch die Halle.
Phase 3: Operation Schutt & Asche
Eintrag vom 12. Juli 2026: Bevor der kreative Aufbau beginnen kann, musste das Fundament freigelegt werden. Das bedeutete im Klartext: Der tonnenschwere, rostige Industrieschrott musste raus. Die Rollenverteilung im Team hat sich heute spontan organisch eingegliedert:
- Sunny hat die physische Evakuierung der alten Rohrleitungssysteme übernommen (inklusive akuter Muskelkater-Gefahr).
- Lara hat parallel die finalen Raummaße digital erfasst, um die Wandflächen für die kommenden Phasen zu berechnen.
- Mayiko hat bewiesen, dass man selbst schweren Bauschutt mit absolutem High-Fashion-Style im Container versenken kann.
Phase 2: Digitales Raum-Mapping & Grid-Matrix
Eintrag vom 08. Juli 2026: Um eine saubere, stylische Architektur zu planen, habe ich die gesamte Halle millimetergenau digital eingescannt. Der rohe Betonboden wird komplett begradigt, die alten Maschinen werden hinter Sicherheitsgittern abgesperrt. Gestern ist uns beim Testen der Soundbox prompt die Sicherung um die Ohren geflogen. Typisch Sunny. 🎛️💥
Phase 1: Der Rohzustand (Lost Place)
Eintrag vom 07. Juli 2026: Sunny hat diese absolut gewaltige, stillgelegte Halle in Berlin ausgemacht. Der Flair ist unbeschreiblich: massive alte Rohre, roher Backstein und eine epische Deckenhöhe. Perfekt für Mayikos Shootings, Sunnys Club-Events und meine Design-Ausstellungen. Das Bauamt schaut zum Glück bei fiktiven Projekten nicht so genau hin!